Welche e-Gitarrenformen gibt es?

Welche eGitarrenformen gibt es? Was sind die Grundtypen bei e-Gitarren?

Gerade Einsteiger stehen etwas ratlos vor den langen Gitarrenwänden im Musikgeschäft und wissen die einzelnen Gitarrentypen nicht recht zu unterscheiden. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, beschreiben und zeigen wir hier einmal die wichtigsten Grundtypen der eGitarrenformen.

Gibson Les Paul™ Gitarre / LP-Style

Die Les Paul ist eines der meist gekauften Gitarren. Sie ist fest mit den Marken Gibson® und Epiphone® verbunden, wird aber in unzähligen Kopien auch von anderen Herstellern gebaut. Charakteristisch ist der violinenartig geschwungene Korpus, die zwei Humbucker-Tonabnehmer und die Kopfplatte mit den rechts und links angeordneten Mechaniken. Der Korpus besteht aus einem Stück Mahagoni und aufgeleimter Ahorn-Decke. Diese ist gewöbt  geschliffen und meist durchscheinend lackiert, damit man die Holzmaserung des Ahorns sehen kann. Der Hals der Les Paul ist bei fast allen Varianten mit dem Korpus verleimt, was für einen besonders guten Sustain sorgt.

Eine Les Paul Gitarre kaufen normalerweise Gitarristen, die Blues, Rock und Metal spielen möchten. Eine Les Paul hat sowohl einiges an Sustain, sowohl angenehme Höhen und warme Bässe. Über den Pickupwahlschalter, den sg. Three-Way Toggle Switch, kann man wählen, welcher Tonabnehmer für den Sound verantwortlich ist. Der Stegtonabnehmer sorgt für hellere Sounds, der Halstonabnehmer klingt eher warm und dunkler. In der Mittelstellung kann man beide Pickups gleichzeitig spielen.

Die vier Regler auf der Decke der Les Paul regeln Klang und Lautstärke. Je Pickup gibt es einen Klang- und einen Lautstärkeregler, also insgesamt vier Regler.

Vorteil der Les Paul ist der relativ satte und hohe Output der Tonabnehmer. Damit lässt sich ein Röhrenverstärker schön fett übersteuern. Wer also echten Rocksound will, dem sei zu einer Les Paul geraten.

Fender Stratocaster™ Gitarre / ST-Style

Eins vorweg: Die Bezeichnung „Stratocaster“ ist von der Firma Fender® geschützt, woran die Firma Fender® gerne mit Abmahnungen erinnert. Daher hat sich die Bezeichnung „ST-Style“ für Gitarren dieser Bauform eingebürgert. Von keiner anderen Gitarre gibt es so viele Kopien. Die Stratocaster ist neben der Les Paul eine der legendärsten Gitarrenformen. Bereits seit den 1950er Jahren findet man diese Gitarre auf den Bühnen der Welt.

Standardmäßig mit drei Singlecoil-Tonabnehmern und Esche- oder Erlenkorpus ausgestattet, erkennt man sie auch am charakteristischen Schlagbrett, das meist weiß ist und sich fast über die ganze Decke erstreckt. Der Hals der ST-Gitarren besteht häufig aus Ahorn mit aufgeleimtem Griffbrett aus Palisander. Auch Varianten mit Hals und Griffbrett aus einem Stück Ahorn sind weit verbreitet. Diese liefern einen helleren Sound. Der Hals ist bei ST-Style Gitarren übrigens mit dem Korpus verschraubt.

Die Singlecoil-Pickups haben einen gläsernen Sound und weniger Output, also auch weniger Zerrpotential als die Humbucker der Les Pauls. Der Halspickup liefert bluesig warmen Sound, während der Stegpickup sehr hell klingt.

Wichtig: Singlecoil Tonabnehmer brummen gerne. Durch entsprechende Konzeption der Elektronik wird das Brummen durch Phasenumkehr unterdrückt, wenn der Hals- mit dem Mittenpickup oder der Mitten- mit dem Halspickup betrieben werden.

Viele ST-Style Gitarren sind mit einem sg. Tremolo ausgestattet. Nicht zu verwechseln mit dem Tremolo-Effekt-Pedal. Das Tremolo auf Gitarren ist eigentlich ein Vibrato, mit dem die Saitenspannung erhöht oder verringert werden kann, um spezielle Soundeffekte zu erzeugen.

Gibson SG Gitarren

Die SG Gitarre wurde 1961 als Nachfolger der damals schlecht verkäuflichen Les Paul designed und verkauft. Die Umbenennung folgte dann 1962. Die Bezeichnung „SG“ steht für „Solid Guitar“. Die SG ist dünner als die Les Paul und mit ihren beiden Zacken-Cutaways optisch unverkennbar. Angus Young, Gitarrist der Band AC/DC ist einer der bekanntesten Künstler, der fest mit der SG in Verbindung gebracht wird.

Der Hals der SG ist ebenfalls mit dem Korpus verleimt und sie verfügt über die gleiche Schaltung mit den vier Reglern, wie die Les Paul. Willst Du eine SG E-Gitarre kaufen, dann teste sie vorher an.

Fender Telecaster™ Gitarre / T-Style Gitarre

Die Fender Telecaster ist wie auch die Stratocaster eine geschützte Form, die eigentlich nur von Fender und deren Tochterfirma Squier gebaut werden darf. Spätestens seit Keith Richards von den Rolling Stones mit diesem Modell auf der Bühne stand, kennt sie eigentlich jeder Gitarrist. Die Tele ist eine prima Gitarre für Countrymusic, eignet sich aber auch für viele andere Sounds. Der sg. Lipstick-Pickup in der Halsposition sorgt für den besonderen Twang-Sound dieser E-Gitarre. Am Steg befindet sich ein schräg eingesetzter Singlecoil-Tonabnehmer. Der bekannte Treblesound des Stegtonabnehmers cruncht bei angezerrtem Spiel richtig geil und der erwähnte Lipstick-Tonabnehmer am Hals ist für bluesige Sounds sehr zu empfehlen. Die Telecaster hat im Gegensatz zu anderen Gitarren eine lange Mensur (die Länge zwischen den Auflagepunkten der Saite am Korpus und der Kopfplatte) und einen Esche-Korpus mit Ahornhals.

Semiakustikgitarren bzw. Halbakustische Gitarren

Du kennst diese E-Gitarren sicher. Sie haben einen relativ großen Korpus und meist auch sg. F-Löcher in der Decke, wie man sie von Violinen kennt. Diese Gitarren heißen „Semiakustisch“, da sie zwar einen hohlen Klangkörper haben, wie er so ähnlich auch bei einer akustischen Gitarre zu finden ist. Im Innern allerdings sitzt ein sg. ustainblock aus massivem Holz, auf dem die Tonabnehmer montiert sind. Der Sound schwingt also lange nach und vor allem entstehen weniger Feedbacks, also Rückkopplungen, wenn man bei höherer Lautstärke spielt. Die bekanntesten Semiakustischen E-Gitarren sind wahrscheinlich die Gibson ES-335 oder die Epiphone Riviera.

Der Sound ist bei diesen Gitarren sehr warm offen. Wer auf die Sounds der Beatles oder von Oasis steht, für den ist eine semiakustische E-Gitarre fast schon Pflicht. Wenn Du auf warme, bluesige und dynamisch angecrunchte Sounds stehst, solltest Du Dir beim E-Gitarre kaufen auch semiakustische Gitarren anschauen.

Gibson Firebird E-Gitarre

Aus persönlicher Vorliebe nehme ich noch die Firebird rein. Diese besondere E-Gitarre entstammt den 1950er Jahren, den Zeiten der gewaltigen Straßenkreuzer, dem Space Age Design und dem Amerika derb guten alten Zeiten. Der charakteristische Schwung in der Form der Firebird macht sie unverkennbar. Die Firebird ist eine relativ seltene Gitarre aus dem Gibson und Epiphone-Sortiment gibt. Besonderes Feature der Firebird ist die sg. Neck-through-body“-Konstruktion. Der Hals ist also nicht mit dem Korpus verleimt oder verschraubt, sondern besteht aus einem langen Stück, das durch den Korpu durhgeht. Ein Stück von der Spitze der Kopfplatte bis zum Ende des Korpus. Die Firebird hat eine längere Mensur, was sich im Spielgefühl bemerkbar macht. Ausnahme hiervon ist das neuere Firebird Studio Modell und die Reverse Firebird, deren Hälse eingeleimt sind.

 

 

Info / Disclaimer: Die genannten Modelle und Marken gehören den jeweiligen Eigentümern und werden hier im redaktionellen Kontext genannt, um den Lesern Informationen zu bieten.